Raus aus dem Mittelalter

Einleitung

Hochkulturen pflegten die Ägypter, die Elam, die Maya etc. Die Stadt Ebla lag in Syrien, ca. 55 km südwestlich von Aleppo. Auch Mari lag im heutigen Syrien und Akkade lag auf der Verbindung zum Persischen Golf.

hochkulturen

(Quelle: „Karte Hochkulturen“ von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) – for further informations see: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte_Hochkulturen.png#/media/File:Karte_Hochkulturen.png)

In Europa wurde keine Epoche der Hochkultur notiert. Aktuell befinden wir uns in Europa seit 1914 in einem Zeitalter, für welches wir noch keinen Namen gefunden haben. Da dürfen wir mal gespannt, wie unsere Nachkommen unser Zeitalter bezeichnen werden. Ähnlich werden die Führer der Kirche und des Adels zwischen 1050 und 1250 A.C. gewerweist haben. Sie erfuhren es nie, dass ihr Zeitalter später „Hochmittelalter“ genannt wurde, weil es geprägt war von Romantik und Kreuzzüge und eine ihnen fremde Tagesordnung, welche durch die Christianisierung befreit wurde. Noch früher, in der Spätantike von 300 bis 600 A.C., fanden grosse Völkerwanderungen statt. Und im Spätmittelalter von 1250 bis 1500 A.C. gab es grosse Hungersnöte, Seuchen und Flegelkriege. Die Zeit vergeht so schnell. Manchmal kommt es mir vor, als stünden die Ereignisse still. Zu realisieren, wie die Merkmale der genannten Epochen heute in Europa allesamt so aktuell sind wie damals, löst mulmige Gefühle aus. In welcher Kultur leben wir? Welche Kultur gestalten wir, und welche Kultur vererben wir weiter?

Die menschliche Spezie hat weder den Anfang der Erde erlebt, noch wird sie ihr Ende erleben. Der Mensch ist für die Erde genauso wenig relevant, wie es die Erde für das Universum ist! Dennoch nimmt sich der Mensch gerne göttlich wichtig, mit Stolz, Ehre, Hierarchie, Vermögen, Rechthaberei und dem ganzen Klimbim. Kriege dienen der Vernichtung einer anderen Kultur und dem vermeintlichen Angebot, die Kultur des Zerstörers (“Siegers”) zu übernehmen. Dieses Prinzip von teilen und herrschen dient dazu, zu herrschen, doch es diente niemals der Entwicklung einer nachhaltigen Hochkultur. Eine gesunde Kultur entwickelt sich durch Erkenntnis und nicht durch psychische Gewalt und Vertuschung. Es muss ein Troll sein, der ernsthaft glaubt, eine normierte, monotone Gesellschaft werde ihren Trieb nach Neugier, Wahrheitsfindung und Simplifizierung ablegen. Und es müssen noch grössere Trolle sein, die ihrem Obertroll blind vertrauen.

Junge Vergangenheit

Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, dann schaffen wir das gemeinsam. Wir müssen nicht an unseren alten Gewohnheiten festhalten, nur weil es schon immer so war. Wir dürfen unsere Gewohnheiten nachhaltig verändern. D.h. wir lassen sie uns nicht vorgekaut diktieren, sondern wir denken und erarbeiten eigens etwas Sinnvolles, damit wir uns nicht weiter im Kreis der Geschichte drehen.

Der tierische Instinkt im Mensch erkennt, wann er etwas macht, das er nicht sollte. Er macht es trotzdem, verdrängt, leugnet und vertuscht, als sei er ein kleines Kind. Er macht das systematisch, bis ins hohe Alter und nennt es teilweise politische Entscheidung. Mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte nehmen es nicht alle Länder gleich ernst (s. „KenFM“ auf youtube.com). Auch der Vatikan geht Gräuel zögerlich an. Doch am 17. Januar 2014 werden 400 Priester wegen Kindsmissbrauch ihres Amts enthoben. Selbst die Schweiz mit relativ grosser Medienfreiheit

freedom-of-press2014

(Titel: Freedom of the press worldwide in 2014. Quelle: Reporter ohne Grenzen)

kennt gewisse eigene Hemmschwellen in der Aufarbeitung noch relativ junger Ereignisse wie z.B. Nazigold, Verdingkinder, Bankgeheimnis, Steuerparadies, Menschenversuche an Pharmaka, Sexuelle Übergriffe und Tötungen in Klosterschulen. Und manchmal entsteht der Eindruck, die Recherchearbeiten zur Aufklärung dieser Zustände, wie sie keiner Zeiteppoche zugeschrieben werden können, werden mit Absicht erst nach über 50 Jahren begonnen, weil bis dann viele Zeugen versterben und Akten eher nicht auffindbar sind. Gelobt sei hier deshalb diese Aufarbeitung, und gedankt wird allen Lesern dieses Blogs, die weitere Informationen zu aktuellen Untersuchungen liefern.

  • Ein Bericht bestätigt die Gewalt und die sexuellen Übergriffe an Kindern in den 1970er-Jahren im Heim St. Iddazell. (Kanton Thurgau)

  • Bis in die 1970-er Jahre sollen in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen (Kanton Thurgau) Patienten mit nicht zugelassenen Medikamenten behandelt worden sein

  • Über Jahrzehnte haben Ordensschwestern der Gemeinschaft von Ingenbohl (Kanton Schwyz) Heimkinder Leid zugefügt. Roland K. Moser kommentiert den Schlagzeile der NZZ zum Expertenbericht von Magnus Küng als Zeuge

  • Verdingkinder.ch

  • Häusliche Gewalt

  • Wirtschaftskriminalität

  • Der Schweizer Schnüffelstaat

  • Die wirtschaftlichen Handelsbeziehungen mit dem afrikanischen Apartheidsregime

  • Der Fifa-Finanzskandal (auf Druck Amerikas; ev. als Sühne gegen ihre Nichtwahl)

Noch kaum angepackt wurden Themen wie z.B.

  • Inländisches Bankgeheimnis – die Eidgenossen verheimlichen sich ihresgleichen selbst

  • Betrugsfälle nicht nur in Deutschland und Österreich erkennen

  • Psychologie – wer hat’s erfunden und wer missbrauchts?

  • Erbschleicherei rentiert weil tabuisiert

  • Militärische Akten zum zweiten Weltkrieg werden nach 50 Jahren um mindestens 20 weitere Jahre nicht geöffnet.

  • Sühnewunsch der Krebsopfer in Italien infolge Arbeiten mit Aspest

  • Faire Korrektur von fehlerhaftem, willkürlichem und korruptem Verhalten von Beamten, sodass die Sache geklärt wird und der Staat gleichzeitig an Ansehen gewinnt.

  • Wer gibt dem Geld die angebliche Allmacht? –Welche Chancen verpasst unsere Kultur wegen der Geldgier?/ Wohin treiben wir, wegen der Geldgier?

  • Verkauf von Anti-Terror-Telefonspionagesoftware an Diktatoren

(Diese Aufzählungen sollen auf eine bessere Zukunft hinwirken. Das schaffen wir)

Die Kernelemente des völkischen Nationalismus sehen dies antonym:

    1. Das Volk einer Nation ist besser und unterscheidet sich von ausländischen Zuwanderern

    2. Das (manipulierbare) Kollektivinteresse steht über den Individualinteressen

    3. Das Volk unterwirft sich möglichst blind einer selbsternannten Elite und dem charismatischen Führer (Autoritäts- und Kastendenken), um den Staat zu stärken (Patriotismus).

    4. Dieses System verteilt Medalien, fördert und heroisiert diejenigen, welche das System in mythologischer Selbstlosigkeit stützen (Nachplapperei)

    5. Der innerstaatliche Feind bzw. die anderen als Sündenbock dieser willkürlichen rassistischen Konstruktion, der für eigene Rückschläge hart gestraft wird, obwohl er aufgrund seiner ausländischen oder religiösen Wurzeln von den nationalistischen Prozessen prinzipiell ausgeschlossen ist.

In Anbetracht dieser rassistischen Ungleichbetrachtungen innerhalb der Spezie Mensch – und jeder kann jederzeit diskriminiert werden – ist die Aufzeichnung erster Menschenrechte von Kyros der Grosse (539 B.D.) eine mutige Errungenschaft, mit der nicht Gott sondern einzelne wenige Menschen der selbsternannten Elite schwer tun, sich anzufreunden.

Probleme als Grundstein der Wirtschaft

Probleme sind der Grundstein einer blühenden Wirtschaft. Sind alle Problemen gelöst, werden viele Arbeitsplätze wegfallen. Es müssten dann neue Probleme geschaffen werden, um die Wirtschaft in Schwung zu halten und die Politik mit Steuereinnahmen zu bescheren. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze: alt vertraute und unbekannte innovative.

Es gibt ein Spiel, lasst es uns Faulheit nennen. Es wird unter verschiedenen Kasten gespielt, die sich nicht als solche zu erkennen geben. Unter Ihnen druckt der Staat das Geld, die Wirtschaft multipliziert das Geld, die Wirtschaft nutzt die Human Ressource aus (Verarschung), die Kirche schenkt Hoffnung (Verarschung), die Schule erzieht die Kinder zum nachplappern (Nicht hinterfragen), der Staat schaut mit Gesetzen und Willkür, dass keine Aufstand entsteht (Vaterrolle in diesem systematischen Treiben). Niemand fragt, wer wo mitspielen will und welche Rolle er einnehmen möchte. Die meisten Leute werden ungefragt der Human Ressource zugeteilt (Fremdplatziert?). Aber eigentlich wäre es sinnvoll, gemeinsam mit den konstruktiven Ideen der Masse ein für alle nachhaltiges System zu entwickeln und sich vom Unterdrückungsprinzip zu verabschieden. Ein Leben befreit von Geldschulden und finanziellen Verpflichtungen geniesst sich zwangsfreier. Ein jeder ginge diszipliniert der eigenen Sinngebung nach. Soweit die Theorie. Praktisch führt dies teilweise auch zu verheerender Faulheit, welche genauso unsoziale Verhalten zutage legt, wie Unterdrückung. Gut möglich liegt der Schlüssel dieses Problems nicht im System, sondern im Individuum und wie es lernt, mit neuen Herausforderungen zum Allgemeinwohl umzugehen, oder solche für egoistische Zwecke zu missbrauchen. In unserer Rechts-Struktur ist es einfach, Geld zu vervielfachen und zu vernichten, wenn man die Spielregeln kennt, oder noch besser: diese nach belieben anpassen kann und sich dabei vom Staat schützen lässt. Das ist keine Kunst, für die es sich zu leben lohnt. Das ist keine Kunst, aus der eine Hochkultur herauswächst. Kunst ist eher, neue Visionen zu entwickeln, sich an diese heranzutasten und den Mut aufzubringen, alte Pfade zu verlassen. Sie ist die Kunst frei zu glauben, woran das Individuum glauben möchte; nicht wozu es erzogen wurde zu glauben. Unterschiedliche Kulturen können miteinander und nebeneinander gelebt werden und sich gegenseitig bereichern. Der Mensch soll die andere Kultur genauso kennen, wie die eigene. Diese Offenheit bietet viel mehr Freiheit und Inspiration, als die Durchsetzung der eigenen Kultur. Reisen bildet. Und wenn danach wissen, wie alle Probleme gelöst werden können, dürfen wir den mutigen Ansatz wagen, das Wirtschaftssystem nachhaltig zu gestalten. Ein Wirtschaftssystem, welches sich nicht den Wachstum (Problemschaffung) sondern die Reduktion der notwendigen Arbeiten einer Siedlung (Problemlösung) zum Ziel setzt. Das klingt schon mal recht vernünftig. Darunter leiden noch keine allgemeinen Wohlstandsziele. Kooperationsspiele würden mehrheitich Gewinner generieren. Weiter könnten die Einkommensunterschiede gedeckelt werden. Und wie in Israel sollen jene, die lieber nur philosophieren und nachhaltig global denken wollen, ein Grundeinkommen und Ansehen geniessen dürfen.

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Dieser Beitrag wurde am 2016/10/01 um 05:48 veröffentlicht und ist unter essais abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.
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