Ich schaffe Euch meine Crypto Currency:

1. ich gebe ihr eine Einheit: den „Clown“

2. ich verspreche Ihren Gläubigern einen tendenziell steten Anstieg. Die Chart stelle ich online zur Verfügung. Wie ein Hellseher können daraus auch zukünftige Kurse im Voraus abgelesen werden. Ein spezieller Algorithmus ermöglicht das.

3. ich verbinde die Systeme: Jeder Bürger kann seine Landeswährung umwandeln in meine Clowns. Den jeweilige Wechselkurs kann er der Chart entnehmen. Er wird von mir etwas abhängig und ich werde für ihn so was wie ein Vater.

4. Da ein Clown in seiner quantitativen Bewertung tendenziell stetig zunimmt, an der Grundmasse jedoch nichts verändert wird, führe ich die naturgegebene Teuerung ein, für die jedermann Verständnis aufbringt. Damit ist dann auch ein allfälliger Verlust leicht begründbar.

5. Da mit der Zeit alles teurer wird, führe ich die Verschuldung ein. Jedermann kann bei mir gegen Verzinsung ein Darlehen aufnehmen. Am besten natürlich soviel, dass ihm Ende Monat von seinem Einkommen nichts mehr übrig bleibt und er effektiv nur noch für mich arbeitet. Es ist nicht, dass ich die Clowns bräuchte, doch so sind nun mal die Regeln und es gefällt mir. Ein Unmensch bin ich gewiss nicht, denn den Ärmsten der Armen greife ich mit Almosen von 2% meines Vermögens unter die Arme, Hierfür sind sie mir stets dankbar.

6. Zu einer Währung gehört auch ein Glaube. Ich schaffe Euch den Glauben an den Markt. Also an das, was ich gerade aufziehe: den Clown. Je grösser die Glaubensgemeinschaft wird, desto kräftiger wird mein Clown. Anfangs verbreite ich meinen Glauben durch Kolonialisierung, dann durch Globalisierung und später durch Digitalisierung.

7. Mit diesem System hebe ich mein kleines Königreich zu einer Hochpreisinsel. Ich halte die relative Lohnstruktur auf hohem Niveau. Irgendwann wird meine Bevölkerung zu reinen Statisten, die nur noch einem Beruf nachgehen, um sich zu beschäftigen und meinen Trick nicht zu erkennen. Sie glauben, sie verdienen in meinem Königreich soviel, weil sie so fleissig arbeiten. Die Zinseszinse verursachen eine exponentielle Geldvermehrung, die irgendwann unglaubwürdig werden könnte.
chart

(I) Dann löse ich die Landeswährung z.B. von ihrer Bindung an die limitierte Goldmenge und warte mal ab, wie sich das entwickelt.

(II) Vielleicht hilft die erste Massnahme nur für wenige Jahre, also nicht nachhaltig. Dann lenke ich „den Markt“ mit einem kleinen Krieg ab.
7-II a) Der Krieg führt leider eine krasse Entwertung aller konkurrierenden Kryptowährungen mit sich (sorry, es darf nur eine globale Kryptowährung geben) und stärkt diejenige des Clowns. Die good news an einem Krieg ist jedoch, dass der Glaube an den Clown den Krieg unversehrt übersteht. – Ich setze wieder bei Punkt 2 an und verleihe nach der grossen Zerstörung die Wirtschaft wieder in zivilisierten Schwung.

7-II b) ich habe die Kriegslage falsch eingeschätzt, suche Verbündete, löse den Clown in Nichts auf – und setze nach dem Gewitter wieder bei Punkt 2 an.

(III) Dann ändere ich den Zins
7-III a) Ich führe den Negativzins ein oder hebe ich den Zins auf. Damit würde ich den Wertzuwachs nicht auf einem spekulativen Leitzins abstützen, sondern auf der effektiven Schaffenskraft. Geld bekäme seinen Zweck als Tauschmittel zurück. Auf Kriege könnte verzichtet werden. (Da ich die Landeswährung relativ an den Clown binde, müsste auch eine Landewährung als zinsfreie Tauscheinheit funktionieren)

7-III b) ich halte den Leitzins aus Prinzip im positiven Bereich. Damit sichere ich die stete Zunahme des eingeschätzten Vermögens und verhindere dessen Abnahme. So steht es in den Schulbüchern. Wenn ich schon über Geld entscheiden kann, dann schaue ich, dass ich meine Aufgabe als dessen Hüter behalten kann und mich damit immer etwas beschäftige. Ich will nicht als fauler Taugenichts entlarvt werden.

(IV) Ich hätte so Angst vor einer ungewissen Zukunft, die ich (meine Vorfahren) nicht selbst vorbestimmte.
7-IV a) Ich bin nicht bereit, Systemfehler zum Wohle der Mehrheit zu verändern. Ich behalte meine Macht und unterdrücke den Rest.

7-IV b) Ich bin bereit, mich zu hinterfragen. Ich bin bereit für Veränderungen.Ich öffne meine Augen, lerne aus der Vergangenheit, und mache es besser. In ungefähr so erhielt mein türkischer Pizzaiolo zur Immigration von seinem Bruder ein Leitbild geschenkt, welches lautet: „Ich kann sehen, ich kann denken, ich kann handeln“.

7-IV c) ich bin unfähiger als ein Pizzaiolo und überreiche die Zügel voller Hoffnung meiner Kinder, die mit derselben Denkweise aufwuchsen, wie ich.

7-IV d) ich stelle mich stur, warte ab, schaue, wer wann was wie ändern möchte und reagiere mit aller Härte gegen die Anderen um von meinen Versäumnissen abzulenken.

Ach Quatsch – ich lass das mal lieber mit der Schaffung einer eigenen Kryptowährung.
(Es gibt zu viele Verschwörungstheorien über Geldwährung, die mich ängstigen.)

Ich stiess während meiner Recherche auf eine Aussage eines Bankers namens Rotschild oder so ähnlich. Dieser äusserte sich auch vor über 100 Jahren, dass wer das Recht besitze, Geld zu drucken, sei ein gemachter Mann. Bei soviel Geld, das seither gedruckt wird, hatte er wohl für sein Zeitverständnis recht. Die Geldexplosion beschäftigt viele Drucker und schafft Arbeitsplätze. ABER heute vermehren wir Geld digital und per Knopfdruck. Innerhalb weniger Sekunden könnte so die Geldmenge vertausendfacht werden, weil eine Person nur das Komma um drei Stellen zu schieben braucht. Da ist auch Schluss, mit seinen Arbeitsplätzen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts meinte Prof. der Nationalökonomie, Dr. Gustav Ruhland, in seinem Buch „System der Politischen Ökonomie“, die Hochkulturen seien jeweils am Versagen ihrer Ökonomie (sprich: ihrer Wirtschaftskapitäne) untergegangen. Die Geldverzinsung habe dabei immer eine bedeutende Rolle gespielt. Er bezieht sich dabei auf Griechen, Römer, Araber, Spanier etc. – ich verstehe nicht, weshalb er sich auf versagte Kulturen der Vergangenheit bezieht. Die können wir doch nicht für unsere wichtigen Entscheide der Zukunft zu Rate ziehen. So ein Spassvogel, dieser Gustav.

Aristoteles zum Zins: „Daher wird mit allergrösster Berechtigung eine dritte Form der Erwerbstätigkeit, der Geldverleih gehen Zinsen, gehasst; denn dabei stammt der Gewinn aus dem Münzgeld selber, nicht aus der Verwendung, für die es geschaffen wurde, denn es entstand zur Erleichterung des Tauschshandels. …Zins aber ist Geld gezeugt von Geld. Daher ist auch diese Form von Erwerb am meisten wider die Natur.“ – Herr Aristoteles lebte um 350 v.Chr. Seine politische Orientierung ist mir nicht bekannt. Er wird so ein Philosoph gewesen sein, der manchmal recht hatte und sich manchmal täuschte.


Um 1971 wurde die Bindung der Devisen an den Goldstandard aufgegeben. Seither verlor die Zunahme der Geldmenge jegliches Verhältnis zur Volksmenge. Während die Bevölkerung einigermassen konstant zunimmt, wächst die Geldmenge exponentiell. Die Gleichung für die angenäherte geometrische Form der Trendlinie der Geldmarke lautet hierzu:

y = 1.363E-69*2.71^(Jahreszahl A.D. * 0.08167606) gelbe Kurve
Bei solch exponentiellem Anstieg der Geldmenge
ist absolut unverständlich, dass von Wirtschaftskrise gesprochen und gespart wird. Wahrscheinlicher als eine Wirtschaftskrise scheint mir, dass jemandem das Geldsystem ausser Kontrolle Gerät (Warren Buffett).

In den vergangenen 40 Jahren wuchs die Geldmenge um Faktor 35 schneller als die Bevölkerungsmenge. Die Ursache dieser Disproportionalität wird im Zinseszins gesucht. Für eine allfällige Korrektur orientierte ich mich am zukünftigen Zieltermin des Jahrs 2050 und zeige auf:volksexplosion

Ohne Massnahme am Geldsystem ist im Jahr 2050 mit einer relativen Geldmenge von 4’250 [-] zu rechnen. Statt die Bevölkerung wie bisher mit 1.2% wachsen zu lassen, müsste sie sich ab 2015 jährlich konstant um 20% vermehren.

nullzins

Im Jahr 2015 weist die relative Geldmenge einen Wert von 250 [-] auf. Würde diese Geldmenge ab sofort mit 0.0% verzinst, bräuchte die Bevölkerung jährlich konstant nur um 10.6% zu anwachsen.

reduktion geldIm Jahr 2015 weist die relative Geldmenge einer Marke von 250 [-] auf. Soll die Bevölkerung wie bisher jährlich um ca. 1.2% zunehmen, dann könnte mit einer negativen Verzinsung von -8.5% die vorhandene Geldmenge ausreichend gedrosselt werden.

Ansonsten wäre es unglaubwürdig dass anno 2050 A.D. einer relativen Geldmarke von 4’250 [-] irgendein Wert zugeordnet werden könnte. Deshalb müsste im Anschluss an die aufgezeigte Korrektur die Geldeinheit zwingend an feste Werte gebunden werden. Ein fester Wert könnte die Menschenmenge sein. Denn das Bevölkerungswachstum ist ziemlich konstant. Würde sich der weltweite Leitzins einer Weltwährung z.B. an der Bevölkerungsmenge orientieren – und alle zwei Jahre entsprechend feinjustiert werden – dann würde mehr Stabilität einkehren. Folglich wären die Schulbücher umzuschreiben und die nächsten Generationen dem Ziel der Stabilität nach zu unterrichten.


Die Regel eines Gewinns beinhaltet auch die Regel eines Verlust. Somit ist bei positiver Verzinsung die negative Verzinsung selbstverständlich. Wer das Negativszenario nicht in friedlicher Gesinnung übt, versucht sich vor einer wichtige Verantwortung zu drücken. Es kann sein, dass die Champagnerlaune sich exponenziell überschlagender Gewinne den Geist benebelt und den Horizont einschränkt. Die Spekulanten könnten sich schleichend zum Alkoholiker oder zum Spieler gewandelt haben. Sie könnten in eine Sucht verfallen sein. Sie könnten an ihrem Verhalten erkrankt sein. Unreflektiert könnten sie ihre Krankheit an die nächsten Generationen als „normale und gesunde Lebensweise“ gelehrt haben. Sich von solchen Wesen zu einem Krieg gegen Andersdenkende verleiten zu lassen, wäre falsch, denn nur ein anderer Gedanke kann ihn von seinem kranken Pfade abbringen. Sie brauchen Hilfe von aussen, welche ihr verschmutztes Blut reinigt. Ansonsten droht ihnen „Nierenversagen“ und der Tod. Wenn die grosse Volksmasse gedankenlos und vertrauensseelig diesen Kranken folgt und sie als ihre Ideale anbetet, wird es sich von ihren kranken Führern anstecken lassen. Das wäre ungesund. Ihre Almosen machen sich nicht zum Gutmenschen. Ihre Almosen lenken vom Kern der Problematik ab, das ist ihr Zweck. Es wird nach nachhaltigen Möglichkeiten gesucht, wie ein Süchtiger von seiner Geldsucht lassen kann (danke für Eure konstruktiven Beiträge).

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Dieser Beitrag wurde am 2016/09/01 um 04:19 veröffentlicht und ist unter essais abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.
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