from Italy – flood plain of river Po

2016081

Reisestationen

Klar feiern wir unseren Nationalfeiertag am 1. August im eigenen Vaterland.

 

Wegen Waldbrandgefahr wurden keine traditionellen Höhenfeuer entfacht. In den Bergen hiessen wir die Flagge und geniessen im Garten ein frisches Fondue. Von hier aus unternehmen wir schöne Wanderungen. Aber auch sonst bietet das Tessin noch einiges Sehenswertes.

Die sensationellen Felszeichnungen aus der Steinzeit sind im Val Camonica vorzufinden. Wir halten uns dies für einen anderen Urlaub bereit.

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In „Zona“ am Lago d’Iseo (Italien) finden wir Erdpyramiden. Kohlendioxydreiches Regenwasser berieselt die Moräneablagerung, bildet Kohlensäure und löst in einem chemischen Prozess die Karbonatverbindungen des harten Bodens. Lehmige Zonen hingegen schützen die Ablagerungen vor chemischer und mechanischer Erosion.

In Verona spielt Shakespeares Stück „Romeo und Julia“. Ein Liebesdrama der Kinder zweier zerstrittener Familien, wie es Andernorts in ähnlicher, eigener Weise beschrieben wird.

Das Bühnenbild in der original-römischen Arena gründet ein unvergessliches Ambiente! Wir gönnen uns Bizet’s Opernstück „Carmen“.

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Venedig besichtigten wir bereits fünfmal. Deshalb verzichten wir diesmal darauf und lernen lieber den südlich gelegenen Ort Chioggia kennen. Gondolieres, Kanäle, Brücken und ein chinesischer Friseur, der andauernd fragt, ob er seine Arbeit korrigieren könne, bis wir lieber mit viel zu kurzem Haar als mit einer Glatze den Laden verlassen. Auf seinen Hinweis, eine kurzhaarige Frisur halte länger und sei gut investiert, hätte er verzichten dürfen. Ich nehm’s mit Humor, weil es mir einfach original-Chinesisch scheint.

Der Fluss Po teilt sich im Delta vor seiner Einmündung ins adriatische Meer in sieben Mäanderarme. In den 1970-er Jahren wurden einige Abschnitte hin zum Meer für Touristenkolonien vorbereitet. Und noch heute zählen viele Feriengäste solche isolierten Ressorts zu den schönsten Momenten ihres Lebens. Unser Ding ist das nicht. Wir stoppen an der Hauptstraße vor einem Hotel, welches nur von Schwarzen geführt wird. Wir finden das cool, doch danach stellen wir fest, dass es vollständig eine Unterkunft für (sehr freundliche) Migranten ist. Wenig später finden wir in einem anderen Hotel Unterkunft. Die Räume sind ringhörig und wir freuen uns über den gleichzeitigen Orgasmus anderer Hotelgäste; das können wir auch.

Pomposia – „Die Frau vom Fluss“ (1954) ist gut auf Sophia Loren zugeschnitten. Eine liederliche Frau inmitten von nicht weniger liederlichen Männern. Für die Zeit von damals skandalös und als Film für die Kinos entsprechend erfolgversprechend. Das passt zu seiner Kulisse in der Gegend der einstigen Abtei von Pomposia, deren Geschichte auf dem 6. Jahrhundert A.D. beruht. / Dorische Siedlern aus dem griechischen Mutterland gründeten zirka um 660 B.D. Byzantion und späteres Konstantinopel. / Zwischen zwei Mäanderarmen des Fluss Po und an der Verbindungsstrasse zwischen Rom und Nordosteuropa erbauten Mönche religiöse Städte. Das angenehme Klima und geschickte wasserbauliche Massnahmen erhielten das Grundstück auf lange Zeit äusserst fruchtbar und damit wertvoll. Die Abtei erhielt päpstliche und kaiserliche Privilegien und Konzessionen. Die Insel wird evangelisiert und ökonomisiert. Auch durch Erbzuteilungen wächst der Landbesitz der Abtei weit über ihre Insel hinaus an. Auf der Tafel steht: „Die wirtschaftliche Expansion und das spirituelle und kulturelle Wachstum gingen Hand in Hand, bis die Abtei in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter dem Abt Guido den Gipfel ihres Rumes erreichte“. Innert 100 Jahren reduzierte sich die Belegschaft von 100 auf 10 Mönche. Die Schuld wird einem Dammbruch, politischen Spannungen und der schlechten Verwaltung einiger Äbte zugeschoben. 1553 ist Pomposa dem Kloster San Benedetto in Ferrara unterstellt. 110 Jahre später hebt Papst Innozenz X den Klosterstatus auf und weitere 190 Jahre später (1803) wird die Baute für landwirtschaftliche Lagerschuppen und Abstellräume benutzt.

Selten haben wir so schmuck restaurierte katholische Bauten bestaunt wie in Ravenna. Es nennt sich „Stadt der Künste“.

Ravenna entstand schätzungsweise im 6. Jahrhundert B.D. während der gallischen Invasion. Im 2. Jahrhundert B.D. Wurde es von den Römern kolonisiert. / Die Ägyptische Hochkultur neigt sich damals ihrem Ende zu. Während des zweiten Punischen Krieges überquerte Hannibal (aus der Gegend Konstantinopels) anno 218 B.D. mit Elefanten die europäischen Alpen. 476 A.D. endet das westliche römische Kaiserreich. / Anno 493 A.D. besetzt Theodorich die Stadt und regiert sie über 30 Jahre lang. Er erneuerte die Wasserleitung, nahm Verbesserungen vor und strebte Toleranz und Zusammenarbeit unter den verschiedenen Religionen an. Acht Bauwerke wurden von der UNESCO ins Welterbe aufgenommen. Dazu zählen die Balilika San Vitale, das Mausoleum di Galla Placidia, das Battistero degli Ariani, das Battistero degli Ortodossi, die Cappella die San Andrea, die Basilica die San Apollinare nuovo, das Mausoleo die Teodorico und die Balilica di San Apollinare in Classe. Von aussen betrachtet wirken sie unscheinbar, doch von innen besticht ihrer fein geschaffener Mosaikbilder Glanz. Zusätzlich wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die Grabstädte von Dante hierhin verlegt. Und mit dem Bau einer Tiefgarage wurde im 20. Jahrhundert ein riesiger Mosaikteppich freigelegt.

Boxenstopp Modena, schiefe Bauten

Boxenstopp Parma, schiefe Türme

Val Tremola

Tremola Pass-Strasse

Tremola Passstrasse

 

…und ein Wanderhinweis zum Vier-Quellen-Weg im Gotthardmassiv.

Teufelsbrücke

General Alexander Suworow querte anno 1799 die Alpen und die Schöllenenschlucht (UR) mit seinem Heer von 21’000 Mann. Am Vierwaldstättersee musste er unvorbereitet den Truppen Napoleons über weitere Pässe ausweichen. Innerhalb von 12 Tagen durchquerte Suworow die Schweiz und verlor währenddessen 4’000 Mann.

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Dieser Beitrag wurde am 2016/08/05 um 13:15 veröffentlicht und ist unter holiday postcard abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.
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