Welten

Es ist schön zu sehen, wie sich der Zustand langsam wieder normalisiert. Die Strassengräben werden gereinigt, Leute bauen ihre oder fremde Häuser auf, am Strand läuft die Musik und die Leute gehen aus. Jeden August ist Sommerfestivalszeit, welche mit einem Tanzball abschliesst. Jeder Bursch und sein Mädchen gehen dorthin und so wieder zurück. „Les blancs“ kommen da in Gruppen, wo die Tanzpartner/innen ausgetauscht werden. Es ist gar nicht so schwierig, wie die Einheimischen zu tanzen. Es wird sogar verlangt, den Rhythmus zu verringern und es gab sogar Tanzpärchen, die schienen auf den ersten Blick nur so rumzustehen und erst beim zweiten Blick erkannte man, dass sie lediglich ihre Zentralstellen sanft bewegten; mit tanzen hat das dann kaum mehr was zu tun und wenn man das in Europa anwenden möchte, müsste man für so manche Überraschung offen sein.

Da war ich kürzlich nochmals in der Dominikanischen Republik, um Verschleissprodukte einzukaufen. Zur Übernachtung wurde mir dann auch eine Location empfohlen: es gibt dort Hotelbunker, tote Strände, von Motorboot gezogene Luftkissen, Strandverkäufer, laute Musik, fettiges Essen und Prostitution (habe ich in Haiti noch nicht gesehen, ausser in PauP). In Anbetracht, dass die Dominikanische Republik ein Schwellenland ist hinterfragte ich mich doch sehr, ob denn dieser Zustand das nächste Ziel für Haiti sein könnte… In Haiti fühle ich mich einiges wohler! Dieser Katalog-Tourismus ist nicht vorhanden und die schlechte Presse über Armut und Gewalt im Lande schützt nahezu unberührte Strände und den Einfluss auf die einfache ländliche Bevölkerung. Wer sich mal ein Bild über richtig ursprüngliche Lebensform machen will, der kann dies hier tun. [Bilder vom liebgewonnenen Lande folgen]

Vom Bild der gesundheitlichen Misständen wurde ich nahezu verschont. Laut Aussage einer Krankenschwester gab es in dicht besiedelten, städtischen Gebieten Hungerleiden. Sie verteilten Geld für Geschäftsideen (selbstverständlich ohne Kredit und Rückzahlungspflicht, da dies einem Profit und einer Abhängigkeit gleich käme) Es meldete sich eine junge Frau, die im siebten Monat schwanger war. Ihr Geschäft brauche einen finanziellen Zustupf. Sie gab vor, täglich für Baustellenarbeiter zu kochen und den heissen Topf auf dem Kopf rund 20 km zu Fuss zur Baustelle zu tragen. Ihre anderen fünf Kinder helfen ihr beim kochen mit Gemüse rüsten, schnetzeln etc. Sie erhielt das Geld – ein solches Leben ist einfach normale, traurige Tatsache!

Auch wenn ich lieber meine Finger davon lasse, sehe ich dennoch, dass die einheimischen Frauen/ Männer nicht prüde sind. Es kommt schon mal vor, dass der eine oder andere Kollege eine Freundin hat. Und dann kommt die Vorstellung auf, wie er wohl das Ding durchzieht, denn die Anstellungsverträge haben oft Klauseln, dass Fremdpersonen die Hausvisite untersagt ist, und im Notzelt der Partnerin ist mit der Anwesenheit der gesamten Familie zu rechnen (der man dann womöglich etwas Geld in die Hand drückt, damit sie kurz den Platz frei machen – nein, sorry, das sind natürlich Sprüche, die einfach dazugehören). Aber vom einen Lebemann einer anderen Organisation möchte ich dennoch etwas schreiben: Er fragte mich einst, weshalb ich meine zum Drink eingeladene Dame so früh verliess, ich hätte mit ihr doch in die Bananenplantagen gehen können… Hm, er scheint mir da seine Geheimtipps zu verraten. Doch Bananensträucher sind bekanntlich weich und knicken gerne. Er jedenfalls ist auf Luxusstufe zwei aufgestiegen und fährt nun mit dem Pickup in die Bananenplantage (wo sie darauf Hilfe aufforderte, um sein Auto wieder raus zu ziehen) Er hat eigentlich noch keine richtige Lösung gefunden bis er am letzten Wochenende den „Vogel abgeschossen“ hat: er kaufte sich ein Zelt und geht seither campen. (Man bedenke, wieviele Haitianer in Zelten hausen muessen) Auch erzählte er freudig, dass er sogar im Zelt stehen könne – danke für die Details. Ich kann nun diese Geschichte einfach nicht mehr vergessen – aber Du bleibst ein sympatischer und hilfsbereiter Freund!

Mein Einsatz neigt sich nun nach drei Monaten dem vorgesehenen Ende mit Verlaengerung zu. Ich habe viel investiert, mache die Sachen lieber richtig als halbherzig, bewirkte einiges, darf auf schöne Ergebnisse zurückschauen, habe einiges vermitteln dürfen und nehme wichtige Erfahrungen mit. Zeit das Land zu besichtigen hatte ich kaum/ die Photographie kam viel zu kurz. Erst in den letzten Tagen, hielt ich einige Momente fest. Und plötzlich merke ich, wie ich das Land und vor allem die Leute lieb gewonnen habe. Die eingearbeiteten Mitarbeiter werde ich verlassen und das ist vermutlich ähnlich, als ob die eigenen, erwachsen gewordenen Kinder flügge werden, und man sie gehen lassen muss. Alles Gute wünsche ich Dir, liebes und schönes Haiti.

  • Verkehr

Der hat sich gerade noch in die Parklücke geklemmt und in der Folge Totalschaden erlitten.Dieser hat die Mittellinie als Richtungsanzeige interpretiert und als Gegenverkehr aufkam, hat er zu langsam reagiert.

Das Auto startete wiedermal nicht – Reparatur auf der Strasse und nach nur vier Stunden läufts wieder wie neu

Die Gewinner: Rennautos, denn es gilt die einzige römische Verkehrsregel (der Stärkere möge gewinnen)

Vorwärts in die Vergangenheit: möglicher Lösungsansatz für die Zeit nach der letzten ErdölkriseGeld für artgerechte Tiertransporte fehlt. Der Ziege rechts gehts richtig verschissen

  • Mensch

so cuteEine meiner Fan-KollonienKein Geld für einen richtigen „hogar“ aber der Esel ist auch sympathisch

Auch ohne Hände werden diese 20kg sicher transporitertAus Springseilen wird Springruten, weils kein Seil hat.

Eine Schnapsbrennerei. Das Zeugs ist so scharf, dass die Hygiene nahezu vernachlässigt werden kann.(…das gehört auch dazu)

Der Katzenjägerund sein KompaneDas Mädchen zieht sich bei Annäherung der Kadaver leicht kreischend zurück, weiss jedoch, dass sie sie kochen wird.

Wo’s keine Duschen gibt, wäscht man sich mit einem BecherchenErich Kästner wusste das schon

Wie können wir Weissen nicht wissen, dass Donald Duck ein Schwarzer war – oder habt Ihr schon mal eine weisse Ente gesehen??Wasser ist ein Menschenrecht – schön und gut…doch so ähnlich läufts mit der Holzkohle: eigentlich sollte man mit Gas kochen. Nur was macht man, wenn man keine Wahl hat?? „Menschen, wie Du und ich.“ Nach ca. 1 Monat wächst jedem aus der schwarzen Maske ein charaktereigenes Gesicht – ein Mensch, wie Du und ich.

  • Garten Eden

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Dieser Beitrag wurde am 2010/08/16 um 12:00 veröffentlicht und ist unter hygene promotion abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.
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