Kulturunterschiede?

Nicht äussern will/ darf ich mich über für welche Organisation ich arbeite, mit welchen anderen Organisationen ich Kontakte pflege, wofür Spendengelder eingesetzt werden und wie wir organisiert sind. Doch versuche ich Euch möglichst viele meiner Eindrücke weiterzugeben.Ich lerne einiges über das Verhalten und die Logik der Leute und suche nach den Unterschieden zu unserer Zivilisation. Ein wesentlicher Unterschied ist, über wie viele Materialien wir innert Minuten verfügen können, während man sich hier enorm freut, wenn man einen Dichtungsring findet oder wenn die Schlauchkupplungen dieselben Grössen vorweisen! Inzwischen verstehe ich auch den Ingenieur, der mir seine “erdbebensichere“ Konstruktion des Wasserreservoirs zeigte: er kennt schlicht nichts anderes und es ist ihm erlaubt, Details bis im Massstab 1:250 darzustellen. Die Bibliothek ist eingestürzt und Zugriff zu Fachliteratur ist sehr limitiert und nur wenige Bauten wurden beispielhaft ausgeführt. Er zeigt mir seine 50 kopierten Seiten aus seinem Studium, das war’s. Dass man Beton nicht nur mit Besenstilen verdichtet (Stampfbeton) sondern eine Vibrationsnadel verwenden könnte, war ihm nahezu unbekannt. Er brüstet sich zwei Wochen später mit Zahlen, die wir gemeinsam bestimmt haben. Auch erwähnt er dann bei Gelegenheit (fast wie der kluge Affe im Klassenzimmer), dass man mit Vibrationsnadeln den Beton verdichtet. So fühle ich mich oft wie ein Lehrvater. Das stört mich nicht, eigentlich bin ich froh, wenn ich auch den sonst eher ausserhalb des Rampenlichtes stehenden Personen meine Erfahrung weitergeben kann (es ist ja nur für kurze Zeit). Ich beobachte sie gerne, versuche ihre Logik zu verstehen – das ist in sich eigentlich ein typisch menschliches Verhalten. Besonders aufgefallen ist mir ähnlich instinktives Verhalten, als wir vergangnen Sonntag den harten Mantel des Lobster entfernen wollten und keiner der Kollegen hatte eine Idee. Einer hat dann eine einfache Lösung gezeigt, die die anderen sofort unbewusst kopierten und anwandten um sich den Magen mit Köstlichkeiten zu füllen – instinktiver ginge es nahezu nicht mehr; ganz egal ob man Badehose oder Krawatte trägt. Schlussendlich versteht man nicht nur die hiesige Kultur besser, sondern auch die eigene. Schöne Aussicht dürre Aussichtausgetrocknete Erdeexkl. JodelklängeHandwerk eines Wandgeflechtes für Haus oder GrundstückEine Rhum-Brennerei inkl.  Presse im Hintergrund rechts. Augen auf!

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Dieser Beitrag wurde am 2010/06/20 um 13:47 veröffentlicht und ist unter hygene promotion abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.
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